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Neanderklinik Harzwald
Ein Raum, der selbst Geschichte ist: Die Krypta der Neanderklinik Harzwald steht auf dem alten Klostergelände in Ilfeld. Museum, Andachtsort und Trauungsraum liegen hier in einem: mehr als 900 Jahre vom Marienkloster bis zur Pflege von heute. Herzstück ist das Oblognum – das Stifterrelief von Graf Elger II. und Lutrude von Hohnstein. Das Paar hält ein kleines Kirchenmodell zwischen sich. Elger war der erste Hohnsteiner Graf aus der Ilfelder Linie. Das Kloster wurde 1189 gestiftet.



Von der Lampe im Park bis zum Namen über der Tür: Die Ewige Lampe wird mit dem Jahr 1103 und dem Tod Kunos von Northeim verbunden. Eine Rekonstruktion steht im Park vor der Krypta. Aus dem Prämonstratenserkloster St. Marien wurde 1546 die evangelische Klosterschule. Unter Michael Neander, einem Anhänger Luthers, wuchs Ilfeld zu einer Gelehrtenschule. Ihr Ruf reichte später bis nach Göttingen. Im 20. Jahrhundert folgten Napola und Krankenhaus – seit 1993 ist es die Neanderklinik Harzwald, seit 2000 mit Pflegeeinrichtung.
Rein kommen, innehalten, ja sagen: Die Krypta besichtigst du werktags nach Anmeldung, am Empfang oder unter 036331 350. Der Raum ist klein und still; hinter dem Altar steht ein buntes Glasfenster. Wer will, kann sich hier standesamtlich trauen lassen. Die Adresse ist Neanderplatz 4, der nächste Halt der Harzer Schmalspurbahnen heißt Ilfeld Neanderklinik.
Fotos und Text: Tim Schäfer, Niedersachswerfen
